Die mobilen Angebote öffentlich-rechtlicher Medien in Deutschland – Update

Öffentlich-rechtliche Medienanstalten betreiben umfangreiche Onlineangebote, die weite Teile ihrer Hörfunk- und Fernsehprogramme, sowie redaktionelle Beiträge in Textform für die Hörer und Zuschauer im Netz bereithalten.
Wohnzimmer mit Fernseher an der Wand, einem Regal und einer Zimmerpflanze.

Zugänglichkeit im Überblick

In sog. Mediatheken werden Programmbeiträge zeitlich befristet vorgehalten, während spezifische Apps der Anstalten neben den Livestreams der verschiedenen Hörfunk- und teils Fernsehprogramme weitergehende programmbezogene Inhalte und Zusatzdienste bereitstellen.
Ferner sind die Anstalten der ARD in Deutschland bemüht durch diverse unkonventionellere Angebote die fortlaufende Innovation der medialen Grundversorgung, zu der sie gemäß Rundfunkstaatsvertrag (RSTV) gehalten sind, zu gewährleisten, häufig durch Positionierung nicht-linearer rundfunkähnlicher Dienste, die ein zeitgemäßeres Nutzungsverhalten ermöglichen soll.
Dieser Vertrag ist es auch, in dem der Versorgungsauftrag der Anstalten insbesondere von Minderheiten im Einzugsbereich geregelt wird. Hierzu zählen neben ethnischen und kulturellen Minderheiten auch Behinderte wie etwa Gehörlose und Blinde.
Die ausgewogene Berichterstattung aus Politik, Gesellschaft und Zeitgeschehen wird hier u.A. vorgeschrieben. Aber der RSTV endet nicht bei der schlichten Nachrichtenversorgung. Auch Prioritäten wie Kultur, Unterhaltung und Kreatives in jeglicher Form sind inbegriffen, spätestens bei diesen Aspekten wird das Eis dünn, wenn man die Berücksichtigung behinderter Zielgruppen betrachtet.

Sonderweg Eigenentwicklung

Eine frühere Version dieses Beitrags berücksichtigte nicht die Möglichkeit eigene Angebote für blinde und sehbehinderte Nutzer zu entwickeln. Dieser Aspekt ist im letzten Absatz ergänzt.

Lesen Sie in einer allgemeinen Bestandsaufnahme zunächst wie gut oder  schlecht es um die Zugänglichkeit der wichtigsten Angebote der öffentlichen Medien in Deutschland im Mobilsektor bestellt ist.
Ein bald folgendes Special wendet sich den beunruhigenden Entwicklungen in der hereinbrechenden Zukunft mobiler öffentlich-rechtlicher Medien und deren Zugänglichkeit zu.
Bei den vorgestellten Apps handelt es sich um die Versionen aus dem Apple App Store für die iOS-Plattform.
Wegen der  recht umfangreich und klar gehaltenen  Barrierefreiheits-Entwicklerrichtlinien  von Apple eignet sich das iOS-Ökosystem für die Betrachtung recht gut. Android-Entwicklern ist es indes vielfach schwer Vorwürfe bzgl. fehlender Zugänglichkeit zu machen, da Google den Entwicklern Funktion und Relevanz existierender Schnittstellen bzw. Entwicklungsgrundlagen nur unzureichend dokumentiert..

Die ARD

tagesschau App Startseite - Screenshot
tagesschau App Startseite – Screenshot
Das Flaggschiff stellt zweifellos Deutschlands führendes Nachrichtenangebot dar.

Die Tagesschau bietet mobile Apps für alle großen Mobilplattformen. Die Tagesschau-App
für iOS ist zum jetzigen Zeitpunkt für blinde VoiceOver-Nutzer am iPhone / iPad gut nutzbar. Das war nicht immer so. Den Start hatte die App vor ein paar Jahren hinsichtlich Zugänglichkeit verpatzt. Die App war zu Beginn nicht sinnvoll nutzbar.

Vernünftiger Dialog

Mit Erscheinen von Tagesschau im App Store gingen schnell zahlreiche Anfragen blinder Nutzer beim Entwicklerteam der Tagesschau-App ein. Der Kontakt kam damals über die allgemeine Supportadresse des Webangebots von tagesschau.de recht zügig zu Stande, die Anfragen wurden meist zuverlässig und zeitnah an die Entwickler weitergeleitet. Diese antworteten auch und versprachen Abhilfe mit den nächsten Releases. Dennoch dauerte es lange Monate bis ein größeres Update die allgemeine Zugänglichkeit herstellte.
Accessibility per Update in eine App einzupflegen ist stets nur die zweitbeste Option:
Erstens wird hier zumeist erst mit einem Update, das ohnehin geplant und für weitere Funktionen oder wichtige allgemeine Bugfixes vorgesehen war auch die Accessibility berücksichtigt (Zeitverlust), zweitens kann es hinderlich sein nicht von Beginn an auf eine zugängliche Gestaltung geachtet zu haben.
Die ARD-Anstalten sind staatsvertraglich gehalten besondere Zielgruppen wie behinderte Rezipienten zu berücksichtigen. Warum in diesem Wissen nicht von Anfang an auf eine barrierefreie Entwicklung geachtet wurde, bleibt unklar.
Zur Kundenkommunikation ist hier noch anzumerken, dass grundsätzlich eine zügige und klare Bekundung zur Accessibility als Reaktion auf eine entsprechende Anfrage wünschenswert ist. Die Auskunft eine entsprechende Ergänzung vorzubereiten, sie angesichts der Anfrage in Erwägung zu ziehen oder aus bestimmten Gründen generell davon Abstand zu nehmen ist weitaus konstruktiver als jede allgemein gehaltene Antwort.
Nach dem erstn Accessibility-Fix war Tagesschau weitgehend nutzbar, ein kleiner VoiceOver-Bug blieb jedoch. So ließ sich ein Button zum Aufruf eines Menüs, in dem u.A. die interaktiven Sharing-Features enthalten waren nicht anklicken, so lange VoiceOver lief. Ein Workaround, der darin bestand VO auszuschalten und den Button dann zu klicken war nur wenig praktikabel. Das Bugfix hierfür lies erneut längere Zeit auf sich warten, kam schließlich jedoch im Code an.
Das schon geraume Zeit vor Veröffentlichung der App bestehende mobile Webangebot von tagesschau.de, das auch Videos beinhaltet, war und ist frei von Einschränkungen der Zugänglichkeit.

Die ARD-Mediathek

ARD Mediathek App
ARD Mediathek-App – Screenshot

Auch die Mediathek erhielt eine eigene iOS-App, die  die ARD die Zuschauer am iPhone adressiert. Wie viele dieser Angebote liegt hier letztlich nicht mehr als eine in eine App gegossene HTML-basierte Webversion vor. Dem Umstand einer wenig inspirierten, langweilig wirkenden App ohne Zusatzfunktionen steht hier der Vorteil keine nennenswerten Probleme mit der Zugänglichkeit gegenüber.
Sendungen lassen sich problemlos streamen, die Sharing-Funktionen regulär verwenden.

Das ZDF

Auch das Zweite Deutsche Fernsehen betreibt diverse mobile Angebote zum Zugriff auf seine Programminhalte.

Die Heute-App

Heute-App des ZDF - Screenshot
Heute-App des ZDF – Screenshot

Nach der Vorgabe durch die partnerschaftliche Konkurrenz spendierte auch das ZDF trotz massivem Gegenwind der Verlage seinem Nachrichtenangebot Heute und dem Onlineableger heute.de eine App. Deren iOS-Version keine signifikanten Accessibility-Issues mehr aufweist. Die anfänglich noch nicht ideale Performance hinsichtlich mangelnder Fokussierbarkeit von Textareas und Buttons ist nicht mehr zu beobachten. Videos laden zuverlässig und die Sharing-Features sind ansteuerbar. Deren Buttons sind zwar nicht ideal beschriftet, doch über ihre technischen Bezeichner eindeutig erkennbar.
Der Dialog mit den Anwendern verlief hierbei weitgehend unmerkbar, auch wurden keine expliziten Hinweise auf beseitigte Zugänglichkeitsprobleme in den jeweiligen Release Notes beobachtet. Grundsätzlich sind diesbezügliche Anmerkungen in den Versionshinweisen zu begrüßen.

Die Mediathek

zdf mediathek startseite - Screenshot
zdf mediathek startseite – Screenshot

Die bis vor Kurzem angebotene Version der ZDF-Mediathek ähnelte der der ARD. Bis auf unbeschriftete Play-Buttons, die lediglich in Bildform vorlagen, war eine Nutzung möglich.
So ergab sich ein befriedigender Zustand, auch wenn anders als bei der Tagesschau die Anwesenheit eines Bewusstseins für Zugänglichkeit nicht erkennbar war. Das bleibt auch nach Veröffentlichung der komplett überarbeiteten Neuauflage der Mediathek so, und es hat Auswirkungen auf die Nutzbarkeit.
Ein explizit erkennbarer Ansatz einer beabsichtigten Barrierefreiheit ist nicht erkennbar. Die App lässt sich eingeschränkt nutzen, gezieltes und systematisches Blättern durch Listen und Themenrubriken ist nicht möglich, das Starten der Wiedergabe ist nicht zuverlässig möglich. Hauptsächlich resultieren diese Probleme aus fehlender Fokussierbarkeit des VoiceOver-Cursors, dem virtuellen Objekt, das zur Navigation durch Elemente und Objekte verwendet wird. Sinnvolle Beschriftung von Buttons ist nicht erkennbar, das Nachvollziehen der Funktionalität ist Nutzern mit entsprechenden Kenntnissen möglich. Selbiges gilt für die Sharing-Optionen.

DRadio, Deutsche Welle und Phoenix

Als weitere bundesweit agierende Anstalt hat das DRadio ebenfalls eine iOS-App, die den Livestream seiner drei Programme Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und der digitalen Welle DRadio Wissen ermöglicht und einige programmbegleitende und ergänzende Inhalte wie Nachrichten, (See)Wetter und Verkehr bietet.
Der App fehlt zwar noch immer eine Anpassung ans Display des iPhone 5, davon abgesehen ist sie für VoiceOver-Nutzer aber ohne Einschränkungen verwendbar.
Weiters ist auch die App Das DRadio eines Privatentwicklers nutzbar. Es bietet lediglich einen minimalistischen Player der drei Streams im Retrolook und ist ein gutes Beispiel dafür, dass stilvolles Design und Zugänglichkeit sich nicht ausschließen.

Die iOS-App des Gemeinschaftssenders Phoenix bietet VoiceOver-Nutzern eine ähnlich unbefriedigende Perspektive, wie es das ZDF mit seiner App tut. Weder Accessibility-Konzeptansätze, noch signifikante Änderungen während der geraumen Verweildauer im App Store seit Veröffentlichung ist erkennbar, Erkenntnisse über den Kundendialog liegen hier allerdings nicht vor, der Umgang mit entsprechenden Anfragen ist nicht bekannt. Eine eingeschränkte Nutzung der App ist jedoch möglich.
Zwar stellt auch die Deutsche Welle Apps für die Mobilnutzung von Radio- Fernseh und Textdiensten bereit, doch befinden sich diese seit geraumer Zeit in einem so konstanten Zustand der Vernachlässigung, dass weder eine allgemeine, noch auf Barrierefreiheit bezogene Einschätzung sinnvoll oder nötig erscheint.

Die ARD-Anstalten

Während es bei den bundesweiten Angeboten von ARD und ZDF vergleichsweise wenige Issues gibt, ergibt sich beim Blick auf die Angebote der einzelnen Anstalten ein leicht unterschiedliches Bild.

So haben viele ARD-Anstalten Apps zum Hören ihrer Hörfunkwellen bei externen Entwicklern in Auftrag gegeben. Neben Zugriff auf die verschiedenen Streams liefern die Apps auch Zusatzangebote wie Wetter, Verkehr, frequenzen oder regionale Meldungen als Text aus, auch Programmpläne gibt es vereinzelt.
Viele Apps ähneln sich wie ein-eiige Zwillinge. Sie wurden nicht nur von den gleichen Entwicklern geschrieben, die Auftraggeber haben sich auch, ob gewollt oder nicht, an die immer gleiche Schablone des Aussehens gehalten.
Die Entwickler von Tobit Software (www.tobit.com) entwickelten auf Basis ihrer Radio.fx genannten Konstruktion u.A. Player–Apps für den WDR, BR und NDR. Apps dieser Machart waren und sind für VoiceOver-User problemlos nutzbar, fielen jedoch in der Vergangenheit teils durch das Sammeln von Nutzerdaten wie Gerätekennung oder Standortdaten auf.
Einige Sender brachten inzwischen neue Versionen ihrer Apps heraus, nicht immer zum Vorteil der Nutzer, Beispiel hierfür ist die iOS-App des NDR.
Sie erhielt nach ihrer Veröffentlichung nicht nur von der Allgemeinheit, sowie verschiedenen Tech-Redaktionen  vernichtende Kritiken hinsichtlich fehlender Übersichtlichkeit und chaotischer Oberfläche, sie ist auch vom Accessibility-Standpunkt ungenügend. Buttons sind nicht oder nur mit viel gutem Willen ihren Funktionen zuzuordnen, Bildschirmelemente wie Nachrichtentexte sind teils nicht auslesbar. Die fehlende Anpassung ans Display des iPhone 5 runden das unerfreuliche Bild ab.
Die Apps der Anstalten wirken häufig recht lieblos zusammengestoppelt und bieten subjektiv nur begrenzten Mehrwert. Die meisten Nutzer, denen es primär um Streaming ihrer Lieblingssender geht, dürften ohnehin lieber auf einschlägige radiophile Portale wie TuneIn ausweichen, die in ihren risigen Katalogen neben fast allen empfangbaren Stationen weltweit oftmals auch Podcasts deutschsprachiger Radios vorhalten.
Vorteile spielen die Eigenentwicklungen der Anstalten bei der Verzahnung von Programm und erweitertem Onlineangebot aus. Hierzu zählen neben Programmhinweisen, Wetter und Verkehr u.A. Features wie den Studiokontakt per Mail oder Anruf, das Geben von Feedback bspw. als Voting für Musik- oder Wort, die Teilnahme an Umfragen und Gewinnspielen oder das Äußern von Musikwünschen direkt aus der App und vieles mehr. Einige dieser kreativen Ideen, als Beispiel sei hier das Posten von Audio, Video oder Bild durch sog. Hörerreporter, wird ohnehin meist zuerst von Privatsendern ausprobiert. „Auftrag verfehlt!“ ließe sich hier den öffentlich-rechtlichen Sendern mitgeben, deren Apps lassen teils die Begeisterung für ihr eigenes Medium vermissen.
Die Zugänglichkeit leidet wie der restliche Gesamteindruck verschieden stark unter diesem generellen Mangel an Professionalität.

RBB info radio App - Screenshot
RBB info radio App – Screenshot

Während die neue NDR-App bei der Accessibility tatsächlich durchfällt, sind Apps wie das ElchRadio vom SWR oder die HR-Info App des HR-Nachrichtensenders trotz häufig verwirrender oder ungünstig beschrifteten Buttons für etwas erfahrenere VO-Nutzer faktisch problemlos verwendbar.
Ebenfalls ein Ausfall ist die App der RBB Jugendwelle Fritz. Während Programminfos und Titel zwar lesbar angezeigt werden, sind alle Funktionsbuttons gänzlich unbeschriftet. Obwohl VoiceOver-Nutzer Elemente mittels einer iOS-VoiceOverfunktion seit einiger Zeit manuell beschriften (labeln) und so dieses Problem händisch beheben können, ist diesem Angebot nicht mehr eine barrierefreie Nutzbarkeit zu bescheinigen, da es keinesfalls im Programmauftrag enthalten sein kann die Nutzer zum manuellen Modifizieren, Ausprobieren von Funktionen via Try & Error oder Konsultieren sehender Kollegen zu nötigen.
Warum diese Missstände teils Jahre bestehen wird klar, wenn die Position der Verantwortlichen Redakteure hierzu betrachtet wird. Diese können mit der Vorstellung beeinträchtigter  Höhrer mit Interesse am Hören und Partizipieren via Handy scheinbar nichts anfangen, mehr dazu im Special.

Fiel Licht, zu viele Schatten

Nur weil eine App unter Ausschöpfung technischer Tricks oder diverser Randerscheinungen, die nicht kalkulierbar sind, oder mittels assistiver Sonderfunktionen wie dem Object-Labeling noch geradeso nutzbar ist, ist sie darum nicht barrierefrei. Für eine Mehrzahl der Anwender sind solche Angebote faktisch weiterhin nicht nutzbar.
Eine Einteilung in

  • – technisch nutzbar und
  • – technisch unzugänglich.

scheint sinnvoll.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat aber nicht nur eine Versorgungspflicht für Minderheiten, seine Angebote sollen allseitig und umfassend sein und jede Bevölkerungsgruppe adressieren. Ältere oder technisch unerfahrene blinde Anwender werden hier faktisch doppelt ignoriert.
Daneben sind verschiedene Angebote generell weder barrierefrei, noch nutzbar.

Häufig sind hier die Angebote der jungen Wellen der ARD betroffen.
Apps wie die von Fritz, des NDR oder Phoenix zählen so zum «Bloß nicht-Teil» eines Katalogs für App-Entwickler, die auf Barrierefreiheit eingehen wollen.
Besonders Angebote, die möglichst schick und modern, mit ausgeprägter Gestensteuerung oder vielen dynamischen oder rein visuell umgesetzten Funktionselementen daherkommen, sind potenziell nicht barrierefrei.
Dieses Problem tritt noch in verschärfter Form an der Innovationsfront der Sender auf.
Die Anstalten sind gehalten durch kreative Konzepte und inspiriertes Denken an Medienformaten der Zukunft zu arbeiten.
Dieser Wunsch ist nur zu verständlich, befindet sich doch das öffentlich-rechtliche Fernsehen in der Attraktivitätswahrnehmung einer überwältigenden Mehrheit des jüngeren Publikums von 14-29 rangmäßig noch unter lokalen Anzeigenblättern im Briefkasten.
Beim Versuch das angezählte Fernsehen an die interaktiven und mobilen Konsumgewohnheiten des Publikums von Morgen anzupassen oder das Radio in die nächste Generation zu retten sind nicht nur zahlreiche ambitionierte Projekte mit viel Hallo in die Tonne versenkt worden, die Berücksichtigung besonderer Zielgruppen bei diesen oft mit heißer Nadel gestrickten Angeboten ist häufig auch nicht existent.
Dabei ist dies keinesfalls ein Appell für hässliche Apps, langweiliges Design oder Retrografik. Wer will und nur ein wenig aufmerksam entwickelt, dem werden gut aussehende und barrierefreie Apps problemlos glücken.

Sonderweg Eigenentwicklung

Einigen Programmveranstaltern kann der gute Wille zumindest nicht abgesprochen werden.
So hat der SWR nun eine eigene App für Benutzer von VoiceOver auf dem iPhone veröffentlicht, wie er hier stolz verkündet.
Dieser Radioplayer für Blinde ist für eine Benutzung mit VoiceOver optimiert, bislang aus bekannten Gründen nur für iOS verfügbar und gibt eine weitere Antwort auf die Frage, wie mit der Zugänglichkeit umgegangen werden kann.
Zwar ist die reguläre Player-App für alle SWR-Programme ebenso wenig mitreißend wie der traurige Durchschnitt und könnte eine Auffrischung vertragen, doch sollte an dieser Stelle noch darauf hingewiesen werden, dass der Ansatz zur Entwicklung eigenständiger Apps für Behinderte leider auch nicht als besonders weittragend gesehen werden kann.
Es kostet unnötigerweise Zeit und Geld, Ressourcen, die bei der Entwicklung einfach ansprechender und zudem barrierefreier Angebote sicher besser investiert sind.

Bald im Special

Warum blieb das innovative Nachrichtenangebot Rundshow des BR während des gesamten Feldtests für blinde Nutzer nicht nutzbar?
Wie stellen sich die Macher der Tages-Webschau bei Radio Bremen eine Adressierung blinder Rezipienten durch ein Programm von Animationen und Grafiken vor? und
Wann kommen die Macher von  «Dein Puls» darauf ihre Hausaufgaben des RSTV hinsichtlich allseitiger Zugänglichkeit zu erledigen?

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